Falafel (Pikante Kichererbsenbällchen)
Bei Falafel entscheidet sich alles an diesem einen Moment: Die Bällchen gleiten ins heiße Öl, es zischt kurz kräftig, und nach wenigen Minuten liegt dieser würzige Duft von Kreuzkümmel, Knoblauch und gerösteten Kichererbsen in der Küche. Dann ist auch der Nachwuchs plötzlich erstaunlich schnell am Tisch.
Falafel mit Bulgur und Brot: kräftig, saftig, gut formbar
Diese libanesische Variante arbeitet nicht nur mit Kichererbsen, sondern auch mit eingeweichtem Fladenbrot und feinem Bulgur. Das macht die Masse angenehm kompakt, ohne dass die Bällchen trocken werden. Innen bleiben sie weich und würzig, außen bekommen sie beim Frittieren die knusprige Hülle, die Falafel einfach brauchen.
Ich finde das gerade praktisch, wenn angebrochene Pita oder arabisches Brot übrig ist. Statt es nebenbei austrocknen zu lassen, wandert es hier sinnvoll mit in die Masse. Der Bulgur bringt zusätzlich etwas Struktur hinein und hilft dabei, dass sich die kleinen Bällchen sauber formen lassen.
Geschmacklich sind sie deutlich würziger als viele fertige Falafel aus dem Kühlregal. Kreuzkümmel und Koriander gehören für mich unbedingt dazu; sie geben den Kichererbsen diese warme, leicht erdige Richtung. Die kleine Menge Zitronensaft verhindert, dass alles zu schwer wirkt.
Die Kühlzeit ist bei den Kichererbsenbällchen kein Nebenschauplatz
Zwei Stunden im Kühlschrank klingen erst einmal nach einer Geduldsprobe, sind hier aber wirklich hilfreich. Die Masse wird fester, der Bulgur kann nachquellen, und beim Frittieren bleiben die Falafel deutlich zuverlässiger in Form. Gerade wenn nebenbei noch Hausaufgaben, Wäsche oder das Abendessen für alle organisiert werden müssen, lässt sich diese Pause sogar gut nutzen.
Ich forme die Bällchen lieber eher klein. Walnussgröße passt gut: Sie garen schnell durch, lassen sich unkompliziert in Fladenbrot füllen und sind auch als warme Vorspeise handlich. Zu große Bällchen werden außen schnell dunkel, während die Mitte noch etwas zu weich sein kann.
Falls die Masse vor dem Formen sehr feucht wirkt, lohnt es sich, Brot und Bulgur wirklich gründlich auszudrücken. Das ist einer dieser unspektakulären Handgriffe, der später viel Ärger spart. Die Mischung soll sich mit leicht feuchten Händen zu festen Kugeln drücken lassen, ohne an den Fingern kleben zu bleiben.
Goldbraun statt zu dunkel: das Öl im Blick behalten
Falafel brauchen ordentlich heißes Öl, aber keine Hektik. Bei ungefähr 190 Grad entsteht die schöne goldbraune Kruste, während das Innere saftig bleibt. Ich frittiere lieber in kleinen Portionen. Kommen zu viele Bällchen auf einmal in den Topf, fällt die Temperatur ab und die Falafel nehmen unnötig viel Fett auf.
Ein kleines Testbällchen vorab ist nie verkehrt, besonders wenn man mit einem normalen Topf statt mit einer Fritteuse arbeitet. So merkt man sofort, ob das Öl heiß genug ist und ob die Konsistenz der Masse passt. Nach dem Frittieren dürfen die Bällchen kurz auf Küchenpapier liegen, aber nicht zu lange herumstehen: Frisch sind sie außen am besten.
So werden Falafel bei uns zur schnellen Mahlzeit
Warm mit Tahina-Sauce sind diese pikanten Kichererbsenbällchen für mich die stimmigste Variante. Die Sesamsauce bringt eine leicht herbe, cremige Note mit, die wunderbar zu den Gewürzen passt. Eine Joghurt-Gurken-Sauce ist milder und kommt bei Kindern oft besser an, vor allem wenn die Falafel etwas kräftiger gewürzt wurden.
Dazu stelle ich gern einfach Fladenbrot, Gurke, Tomaten, ein paar Salatblätter und eingelegte Peperoni auf den Tisch. Dann baut sich jeder sein Brot selbst zusammen, und ich muss keinen Teller besonders anrichten. Übrig gebliebene Falafel halten sich im Kühlschrank bis zum nächsten Tag und werden im Ofen oder in der Heißluftfritteuse wieder angenehm knusprig. Kalt im Lunchbox-Salat sind sie übrigens auch überraschend gut.
Falafel (Pikante Kichererbsenbällchen)
Zutaten
- 100 g arabisches Brot chubz oder Pita (Fladenbrot), in Stücke gebrochen
- 100 g Bulgur feingeschrotet
- 400 g Kichererbsen gewaschen und<br> abgetropft
- 3 Knoblauchzehen zerdrückt
- 1 Kl. Zwiebel gehackt
- 1 Tl rote
- 2 Tl Koriander gehackt
- 1 Tl Zitronensaft
- 1 Tl<br> Kreuzkümmel gemahlen Salz
- frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
- Öl zum<br> Fritieren
Und so wird's gemacht:
- In einer kleinen Schüssel die Brotstücke mit Wasser bedecken und etwa 15 Minuten einweichen. In einer zweiten Schüssel den Bulgur mit Wasser bedecken und ebenfalls 15 Minuten stehenlassen.
- In der Zwischenzeit die abgetropften Kichererbsen mit Knoblauch, gehackter Zwiebel, Gewürzen und Zitronensaft im Mixer pürieren, bis eine glatte Masse entstanden ist.
- Brot und Bulgur abtropfen lassen. Gut auspressen. Das Brot zu der Kichererbsenmasse hinzufügen und möglichst glatt pürieren. Die Masse in eine Schüssel geben und den Bulgur dazugeben, dann nach Geschmack salzen und pfeffern. Die Mischung sorgfältig mit den Händen verkneten und zu nußgroßen Bällchen formen. Die Bällchen auf Butterbrotpapier legen und etwa 2 Stunden kalt stellen.
- Das Öl in einer Friteuse oder in einem Topf auf etwa 190° erhitzen. Die Bällchen etwa 4 Minuten fritieren, bis sie goldbraun sind. Auf Küchenpapier abtropfen lassen.
- Man serviert das Gericht warm mit Sesamsauce (tarator bi tahina) oder mit Joghurt-Gurken-Sauce.
Bitte beachten Sie: Angezeigte Bilder und/oder Videos der Gerichte sind KI-generiert und können vom Aussehen des tatsächlich gekochten Gerichts abweichen.